Die Werbe-Leinwand (Gedankenexperiment)

Nehmen wir nun an, dass alle Werbung, die je geschaltet, gezeigt, ausgespielt, abgespielt und verbreitet wurde, jedes Stück, von Plakat, Litfaßsäule bis Podcast, Video und Radio, auf einer Leinwand zu sehen wäre. Nehmen wir weiter an, dass eine Person seit ihrer Geburt auf diese Wand starrt, ohne gehen zu können oder sich dem zu verweigern, sodass folglich ihre ganze Wahrnehmung auf der Welt nur auf Werbung gerichtet ist. Er sah jede Werbung seit Beginn und sieht jede, die kommt, ohne sich dem entziehen zu können.
Wenn also die ganze Wahrnehmung der Welt auf Werbebotschaften beruht, wie würde er die Welt sehen? Schauen wir uns doch mal an, wie Werbung funktioniert und was sie anspricht. Gibt es zwei Hauptarten der Ansprache in der Werbung: Erstens Versprechen, also etwas erlangen wie positiven Status, mehr Gesundheit, Freude und Glück et cetera. Und Humor, also Wortspiele, lustige Bilder, die als Selbstzweck der Aufmerksamkeit dienen.
Dann fällt uns auf, dass diese Person ein positiv verzerrtes Bild auf die Welt und das Leben hätte, nicht wahr? Und wären Marken dann nicht so was wie Regierungen, die Flaggen und Identität? Die einen größer, die anderen kleiner. Würden dann, wenn er befreit würde, die Unmengen negativen Nachrichten ihn dazu bringen, wieder in die heile Welt zurückzukehren?
