Suchen, Finden und der Zufall

Sie finden immer einen Weg. Finden sie, weil sie suchen, oder suchen sie, weil sie gefunden haben? Wenn wir aktiv nach etwas suchen, blenden wir leicht alle anderen Optionen aus, welche sich rechts und links des zu suchenden Zustands befinden. Und kommen die besten Dinge nicht, wenn wir gerade nicht danach suchen? Wahre Liebe, der richtige Job, das verschollene T-Shirt, welches beim Aufräumen des eigenen Schrankes wiedergefunden wird.
Diese Überlegung geht aber noch weiter: Passieren die Dinge, die wir finden, ohne zu finden, zufällig? Gibt es so was wie einen Zufall, und wenn ja, wie entsteht er?
Nehmen wir an, ich sage, dass ich jetzt in diesen nächsten Sekunden von der Bank aufstehen werde und das genauso tue, wie ich es gesagt habe. Habe ich dann die Zukunft vorhergesagt? Erhalte ich Wissen der Zukunft, weil ich es mir nur selbst vorgenommen habe? Nehmen wir nun an, dass ich nicht von der Bank aufstehe, wie ich es gesagt habe. Ist es dann Zufall? Habe ich mich aktiv dagegen entschieden? Verändere ich die Zukunft?
Können Zufälle also nur mutwillig entstehen? Die Frage nach der Zukunft wäre also keine Frage des Zufalls, sondern eine Konsequenz des eigenen Handelns. Demnach gibt es außerhalb meines jetzigen Zustands keine Zufälle und auch keine Zukunft, wenn ich mich aktiv dagegen entscheide, genau das nicht zu tun, was ich mir vornehme. Ich kann den Zufall also minimieren. Wenn ich meine Zukunft plane und genauso handle, dann… dann würde ich aber wieder an dem Punkt ankommen, früher oder später, wo ich aktiv nach etwas suche. Dabei entsteht jedoch wieder das Dilemma, dass ich wichtige Details oder andere Möglichkeiten um mich herum unterbewusst ausblende, da mein Fokus auf der Suche ist.
Was ist aber, wenn man nicht aktiv nach einer Sache sucht, sondern ein Spektrum allerlei Optionen als Fund definiert? Suche ich dann überhaupt noch? Wann würde ich sagen, dass ich das gefunden habe, wonach ich gesucht habe, ohne zu wissen, wonach und genau wie ich gesucht habe?
